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Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord auf der Erfolgsspur


Logo des Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord

Im Dezember 2020 feierte der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord seinen 20. Geburtstag. Zwar gab es Corona-bedingt keine große Feier, doch zum Jubiläum gleich zwei besondere Geschenke: Zum einen haben die Mitglieder des Naturpark-Vereins einen neuen Naturpark-Plan verabschiedet – dieser Leitfaden skizziert die Entwicklung der Region bis zum Jahr 2030. Und zum anderen ist der mittlere und nördliche Schwarzwald mit insgesamt rund 420.000 Hektar (419.756 Hektar) seit einigen Wochen wieder der größte Naturpark in Deutschland.

Damit warten auf die alten und auch die neuen Naturpark-Mitglieder in den kommenden Monaten und Jahren spannende Themen und neue Projekte. Um rund 46.000 Hektar Fläche ist der Naturpark im Zuge des 2015 angeregten Arrondierungsverfahrens gewachsen. Anfang Januar 2021 gab das Karlsruher Regierungspräsidium grünes Licht für die Erweiterung. Neben zahlreichen Kommunen, die weitere Flächen in die Naturparkkulisse einbringen, kann der Naturparkverein mit Sitz in Bühlertal (Landkreis Rastatt) gleich acht neue Städte und Gemeinden begrüßen: Im Südosten kommen Aichhalden, Dunningen, Fluorn-Winzeln und Oberndorf am Neckar (Landkreis Rottweil) hinzu, im Westen Renchen (Ortenaukreis) und Sinzheim (Landkreis Rastatt) sowie im Norden Niefern-Öschelbronn (Enzkreis) und die Stadt Karlsruhe mit ihren Höhenstadtteilen Durlach, Hohenwettersbach, Stupferich, Wettersbach [Grünwettersbach, Palmbach] und Wolfartsweier. Mitglied im Naturparkverein sind somit künftig insgesamt sieben Landkreise (Karlsruhe, Rastatt, Ortenaukreis, Freudenstadt, Rottweil, Calw, Enzkreis), drei Stadtkreise (Baden-Baden, Pforzheim, Karlsruhe), 114 Gemeinden und Städte, 16 Verbände und Vereine sowie Fördermitglieder. „Der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord wird mit der Erweiterung wieder zu Deutschlands größtem Naturpark. Das ist für uns Ansporn und Verantwortung zugleich, als wichtiger Ideengeber in der Familie der deutschen Naturparke auch in Zukunft Zeichen zu setzen. Wir sind mit unserem neuen Naturpark-Plan 2030 strategisch bestens aufgestellt, um die inhaltlichen Herausforderungen zu meistern. Die neuen Städte und Gemeinden heißen wir sehr herzlich willkommen“, freute sich der Naturpark-Vorsitzende, Bad Wildbads Bürgermeister Klaus Mack, über die frohe Botschaft zum Jahresbeginn.
Karte des Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord
Naturpark fördert regionale Projekte
Gemeinsam mit seinen Mitgliedern hat der Naturpark in den vergangenen Jahren zahlreiche Projekte auf den Weg gebracht – in den Bereichen Nachhaltiger Tourismus, Regionalvermarktung sowie Umweltbildung und Klimaschutz. Dabei hat sich der Naturpark als wichtiges Förderinstrument zur Entwicklung des ländlichen Raums etabliert und bewährt – jährlich bis zu 800.000 Euro an Fördermitteln stehen für Projekte zur Verfügung. Diese Mittel setzen sich aus Haushaltsmitteln des Landes Baden-Württemberg, aus Überschüssen der Lotterie Glücksspirale und Ko-Finanzierungsmitteln der EU zusammen. Ziel des Naturparks ist es, Natur zu schützen und erlebbar zu machen, touristische Impulse zu setzen und die Schwarzwälder Kulturlandschaft zu bewahren. Mit seinen ausgedehnten Wäldern, tief eingekerbten Täler, rauschenden Schwarzwaldbächen und saftigen Weiden und blühenden Wiesen bietet er Menschen aus Nah und Fern ein besonderes Naturerlebnis.

Wandern, Radfahren, Trekking
Eines der ersten geförderten Projekte im Naturpark war vor rund 20 Jahren die einheitliche Beschilderung der Wanderwege, die zusammen mit dem Schwarzwaldverein vollendet werden konnte. Heute ist das Wanderwegenetz in der Region rund 10.000 Kilometer lang und einheitlich mit der bekannten Wander-Raute beschildert – einzigartig für solch eine große Region in Deutschland. In den folgenden Jahren sind mit finanzieller Unterstützung des Naturparks zahlreiche Premiumwege, Erlebnispfade für Kinder und seit 2015 auch Trekking-Routen hinzu gekommen. Spezielle Rundwanderungen, die Naturpark-AugenBlick-Runden laden zu aussichtsreichen Wanderungen ein, Naturpark-GeoTouren führen zu den geologischen und historischen Schätzen der Region. Wer die Region lieber vom Fahrradsattel aus erkundet, ist auf dem Naturpark-Radweg bestens aufgehoben. Auf 260 Kilometern führt dieser, in beide Richtungen ausgeschildert, einmal rund um den Naturpark. Auch Mountainbiker kommen auf ihre Kosten – knapp 5.500 Kilometer MTB-Strecken sind ausgeschildert. In jüngerer Zeit wurden vermehrt auch Single-Trails ausgewiesen.

Naturpark-Wirte, Naturpark-Märkte und Wilde Sau
Kulinarisch hat der Schwarzwald viel zu bieten – von der geräucherten Wildsalami über Apfelsaft von Streuobstwiesen bis hin zu Edelbränden, Käsespezialitäten sowie Obst und Gemüse der Saison. Um diese Vielfalt zu zeigen und heimische Erzeuger und Landwirte zu unterstützen, hat der Naturpark zahlreiche Projekte und Aktionen auf den Weg gebracht. So finden im gesamten Naturpark jedes Jahr von Mai bis Oktober rund 20 Naturpark-Märkte statt. Die Veranstaltungen sind bei Einheimischen und Gästen beliebt und dienen als kulinarisches Schaufenster der Region. Darüber hinaus kochen rund 50 engagierte Gastronomen – die Naturpark-Wirte – mit regionalen Lebensmitteln. Sechs Gerichte und ein regionales Menü stehen das ganze Jahr über auf ihrer Speisekarte. Wechselnde (und vor allem schmackhafte) Aktionswochen machen auf das große Engagement und ihr Motto „Landschaftspflege mit Messer und Gabel“ aufmerksam. Mittlerweile zeichnet der Naturpark auch Straußwirtschaften aus, die Wert auf heimische Zutaten für ihre Gerichte legen. Ein besonderer Genuss ist auch Wildschweinfleisch aus dem Schwarzwald. Im Projekt „Wilde Sau“ engagieren sich zahlreiche Akteure – vom Gastronomen über den Metzger bis hin zum Jäger – für die regionale Delikatesse.

Naturpark-Schüler entdecken ihre Heimat
Großen Wert legt der Naturpark auf die Entwicklung von Angeboten in den Bereichen Umweltbildung und Naturschutz. In insgesamt 16 Naturpark-Schulen lernen Schülerinnen und Schüler ihre Heimat – den Naturpark – mit anderen Augen kennen. Getreu dem Motto "Moderne Heimatkunde" gehen sie mit der Becherlupe auf Insektensuche, stellen aus Wildkräutern ein kühlendes Kräutergel her, legen Blumenwiesen an und bauen Nisthilfen für Insekten, lernen wie in früheren Zeiten Heu gemacht wurde und beschäftigen sich mit der Nutzung des Wassers im Schwarzwald. Immer mit eingebunden sind außerschulische Partner, die ihr Wissen und ihre Fertigkeiten mit in die Schule bringen – vom Handwerker über den Obst- und Gartenbauverein bis hin zu den Großeltern der Kinder. Künftig wird auch ein Netzwerk an Naturpark-Kindergärten aufgebaut, um schon Vorschulkindern die Vielfalt der heimischen Natur näher zu bringen. Um die Verknüpfung mit der digitalen Welt kümmern sich die Naturpark-Detektive: Dr. Bertold Buntspecht, Wally Wildschwein und Fabio Fuchs holen Kinder am Bildschirm ab und nehmen sie mit auf abenteuerliche Streifzüge durch die Natur. Die Grundidee dieses neuen Umweltbildungsprojekts ist es, Kinder dazu anzuregen, den Zusammenhängen in der Natur auf spielerische Weise auf die Spur zu kommen. Dies gelingt, indem sie Abenteuer vor der eigenen Haustür erleben und dort Rätsel und Aufgaben lösen, die sie auf der Internetseite der Naturpark-Detektive (www.naturpark-detektive.de) gestellt bekommen.
Viele weitere spannende Projekte und Informationen über die Naturparkarbeit, Freizeitangebote und Hintergründe erfahren Sie auf der Naturpark-Homepage, dem Naturpark-Blog und über die sozialen Kanäle:
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